Förderung über Zuschüsse - das ist zu beachten

Zum Abschluss meiner kleinen Reihe über Zuschüsse möchte ich Ihnen noch einige Hinweise zu Besonderheiten bei Zuschuss-Programmen und was bei der Beantragung zu beachten ist. Im Unterschied zu darlehensbasierten Förderprogrammen, bei denen der Zugang fast immer über die Hausbank vor Ort erfolgt, die quasi als „Mittler“ zwischen Förderadressat und Förderinstitut fungiert, sind Anträge bei Zuschuss-Programmen vielfach direkt bei der zuständigen Förderstelle zu stellen. 

Hiervon gibt es nur wenige Ausnahmen. So sind bei einigen Förderdarlehen auch Zins- und/oder Tilgungszuschüsse vorgesehen. Ein Beispiel ist das KfW-Energieeffizienzprogramm, das auch für gewerbliche Gebäude genutzt werden kann. Hier erfolgt die Antragstellung im Rahmen des üblichen Hausbankenverfahrens. Für sonstige Zuschussprogramme gilt das nicht: 

  • beim Gründungszuschuss ist der Antrag bei der jeweils zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen;
  • das EXIST-Gründerstipendium läuft das Antragsverfahren über die jeweilige Hochschule bzw. Forschungseinrichtung, die offiziell die Anträge stellt;
  • Beratungszuschüsse im Rahmen des Programms „Förderung unternehmerischen Know Hows“ sind beim BAFA zu beantragen;
  • bei anderen Zuschuss-Programmen sind wieder andere Stellen zuständig. Oft handelt es sich um kommunale Einrichtungen wie Wirtschaftsförderungsgesellschaften oder Ämter. Zuschüsse im Rahmen der Regionalförderung laufen aber auch über Förderinstitute und - einrichtungen der Länder. 

Jedes Zuschuss-Programm ist anders 

Jedes Zuschuss-Programm hat dabei seine eigenen Voraussetzungen, Bedingungen, Anforderungen und Antragsabläufe. Die Prozesse sind hier wesentlich weniger einheitlich und vergleichbar wie bei den Darlehens-Programmen. Schon das zeigt, dass es nicht ganz so einfach ist, an entsprechende Zuschüsse zu kommen – zumal die Zuschuss-Gewährung in aller Regel eine Ermessensentscheidung ist. Die Möglichkeiten für Zuschüsse sind ziemlich unübersichtlich und manchmal ähnelt die Suche fast ein wenig der Aktivität eines „Trüffelschweins“. 

Viele Zuschuss-Programme sind so organisiert, dass Sie zunächst einen Bescheid über die Bewilligung der Zuschussförderung erhalten. Erst danach dürfen Sie mit dem Vorhaben beginnen. Die Zuschüsse fließen aber erst, wenn Sie die entsprechenden Ausgaben bzw. Aktivitäten nachweisen können, die eine Bezuschussung begründen. Das geschieht üblicherweise durch Einreichung der entsprechenden Rechnungen. Dabei sind bei manchen Programmen bestimmte formale Anforderungen an die Rechnungstellung zu beachten. Wenn sie nicht erfüllt werden, kann die Zuschuss-Zahlung gefährdet sein. 

Wann Zuschüsse kein „geschenktes Geld“ sind 

Das ist aber noch nicht alles. Sie müssen in der Regel irgendwann nachweisen, dass Sie den Förderzweck des Programms auch erfüllt haben. Wenn mit der Zuschussgewährung die Auflage verbunden war, bestimmte Investitionen vorzunehmen oder Arbeitsplätze zu schaffen, müsse Sie dies auch belegen können. Da für die Erfüllung solcher Auflagen vielfach längere Zeiträume gelten, können Sie also auch noch Jahre nach der Zuschussgewährung in der Nachweispflicht sein. Nicht fördergerecht genutzte Zuschüsse müssen zurückgezahlt werden. Insofern ist die Aussage „Zuschüsse sind geschenktes Geld“ zu relativieren. Das gilt nur bei bestimmungsgemäßem Einsatz. 

Zuschüsse sind sicher eine besonders attraktive Förderung, aber auch mit besonderen „Tücken“ verbunden. Oft ist es hilfreich, denjenigen oder diejenige gut zu kennen, der für die Zuschussbewilligung verantwortlich ist. Denn wenn die berühmte „Chemie“ stimmt, ist es in der Regel leichter, schwierige Hürden zu überwinden und die Ermessensentscheidung zu einem positiven Ergebnis zu führen. Gerade hier kann Ihnen Fördermittelberatung mit Know How und Expertise weiterhelfen.