Digitalisierung im Mittelstand - wofür es Fördermittel gibt

Industrie 4.0 ist ein modisches Schlagwort, mit dem die Verzahnung von industrieller Fertigung mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik im Zeitalter der Digitalisierung bezeichnet wird. Doch die Digitalisierung ist keineswegs nur ein Thema für die (Groß-)Industrie. Längst ist die digitale Ära auch im Mittelstand angekommen - zumindest, was das Bewusstsein für das Thema betrifft.  

In einer vor einiger Zeit durchgeführten Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte „Digitalisierung im Mittelstand“ wurden die vielfältigen Aspekte des digitalen Wandels für kleine und mittlere Unternehmen eingehend beleuchtet.  

Quelle: Deloitte, Digitalisierung im Mittelstand, 2013  

Danach wird die Aktualität der Digitalisierung von fast drei Viertel der in der Untersuchung Befragten als „stark“ oder „sehr stark“ beurteilt. Am nachhaltigsten wird die Bedeutung im Handel empfunden, was angesichts der dynamischen Konkurrenz von E-Commerce nicht verwundert, aber auch bei Industrie und Dienstleistungen hat man erkannt, wie wichtig die Digitalisierung ist.  

Quelle: Deloitte, Digitalisierung im Mittelstand, 2013  

Danach wird die Aktualität der Digitalisierung von fast drei Viertel der in der Untersuchung Befragten als „stark“ oder „sehr stark“ beurteilt. Am nachhaltigsten wird die Bedeutung im Handel empfunden, was angesichts der dynamischen Konkurrenz von E-Commerce nicht verwundert, aber auch bei Industrie und Dienstleistungen hat man erkannt, wie wichtig die Digitalisierung ist.  

Förderung der Digitalisierung im Mittelstand  

Seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie besteht hierzu seit 2015 die Förderinitiative „Mittelstand 4.0 - Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“. Sie will die digitale Transformation in kleinen und mittleren Unternehmen vor allem über Bewusstseinsbildung, Informationen und Know How-Transfer unterstützen. Dazu sind regionale Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren und -agenturen aufgebaut worden. Ausführliche Informationen zur Initiative finden Sie hier oder in diesem Factsheet.

Darüber hinaus gibt es auch finanzielle Förderung. Auf Bundesebene ist hier vor allem der neue „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ zu nennen, der das frühere ERP-Innovationsprogramm abgelöst hat. Die Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben ist ein eigener Förderschwerpunkt.

Die KfW hat die Einführung des Programms Anfang Mai dieses Jahres bekanntgegeben.  

Als Beispiele für geförderte Vorhaben nennt die KfW

  • „Vernetzung von ERP- und Produktionssystemen (Industrie 4.0)
  • Digitale Plattformen, Apps und digitale Vetriebskanäle
  • Datensicherheitskonzepte
  • Additive Fertigungsverfahren wie 3D-Druck
  • Social-Media-Kommunikationsstrategien
  • Innerbetriebliche Breitbandnetze“  

Das Programm wendet sich an bereits bestehende Unternehmen, die seit bereits seit mindestens zwei Jahren am Markt sind und sich durch ein dynamisches Wachstum oder hohe FuE-Aktivitäten auszeichnen. Gewährt werden zinsgünstige Darlehen mit Laufzeiten von fünf, sieben oder zehn Jahren, die mit ein oder zwei tilgungsfreien Anlaufjahren ausgestattet sind. Auf Wunsch ist eine 70prozentige Haftungsfreistellung möglich. Es werden Darlehen bis maximal 25 Mio. Euro gewährt. Besonders interessant ist, dass nicht nur Sachinvestitionen und Betriebsmittel, sondern in erheblichem Umfang auch Kosten - zum Beispiel für Forschung und Entwicklung - gefördert werden.  

Gleichzeitig wurde das Programm „ERP-Mezzanine für Innovation“ eingeführt, das ein kombiniertes Finanzierungspaket aus klassischem Darlehen und Nachrangkapital (Quasi-Eigenkapital) zur Finanzierung von Innovationen bietet. Damit können auch Digitalisierungs-Vorhaben gefördert werden.  

Weitere Programme gibt es auf Länderebene. Über die LfA Bayern können bayerische Mittelständler zum Beispiel den Digitalkredit nutzen. Hier besteht mit dem Digitalbonus sogar ein Zuschussprogramm für den Mittelstand. Auch andere Landesprogramme können im Rahmen der Digitalisierung im Mittelstand eingesetzt werden.  

Darüber hinaus dürfen Existenzgründer und bestehende Unternehmen selbstverständlich auch die „normalen“ Förderprogramme nutzen, die Investitionen und ggf. Betriebsmittel finanzieren, wenn das Digitalisierungs-Vorhaben die jeweiligen Programmbedingungen erfüllt. Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, können Sie sich gerne an mich wenden.  

Im Rahmen meines nächsten Blog Beitrags werde ich noch näher darauf eingehen, was Digitalisierung für Ihr Unternehmen bedeuten kann, zum Beispiel bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit.