Förderung unternehmerischen Know Hows Zuschüsse für Beratung

Viele Existenzgründer und Inhaber kleiner und mittlerer Firmen haben beim Auf- und Ausbau ihres Unternehmens Beratungsbedarf. Gerade Gründer sind zwar oft Experten in ihrem Fach, wenn es aber um betriebswirtschaftliches Know How oder Finanzierungskenntnisse geht, bestehen Lücken. Aber auch gestandene Unternehmer im Mittelstand können nicht auf allen Feldern zu Hause sein, gerade hier ist oft mehr der Generalist als der Spezialist gefragt. Deshalb besteht auch in diesem Bereich Beratungsbedarf, wenn es um besondere Herausforderungen oder Vorhaben geht. 

Sie kennen sicher das Sprichwort: „Guter Rat ist teuer“. Richtig daran ist, dass externe Beratung fast immer Geld kostet - zumindest dann, wenn es sich um mehr als allgemeine Informationen oder Auskünfte handelt, sondern um individuelle und maßgeschneiderte Konzepte. Ein guter Berater kostet Geld, ist aber auch sein Geld wert. Die gute Nachricht ist: für Beratung bei Existenzgründungen und im Mittelstand gibt es Fördermittel. Es handelt sich um Zuschüsse, mit denen die effektiven Kosten ihrer Beratung niedriger werden. 

Auf Bundesebene heißt das entsprechende Programm „Förderung unternehmerischen Know Hows“. Es besteht in dieser Form seit Anfang 2016 und hat mehrere vorher bestehende Programme zusammengeführt und abgelöst. Ich stelle es Ihnen hier in seinen Grundzügen vor. 

Wer Anspruch auf Förderung hat 

Das Programm richtet sich sowohl an junge Unternehmen (bis zum zweiten Jahr nach der Gründung) als auch schon an länger bestehende Betriebe (länger als zwei Jahre existierend) in Deutschland. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, allerdings darf noch kein Insolvenzverfahren eröffnet worden sein. Freiberufler sind von der Förderung ebenso ausgeschlossen wie gemeinnützige Einrichtungen und Betriebe. 

Welche Beratung gefördert wird – und welche nicht 

Das Programm deckt ein breites Spektrum an Beratungsanlässen ab. So wird praktisch die gesamte „klassische“ Unternehmensberatung gefördert, ob es sich um wirtschaftliche, finanzielle, organisatorische oder personelle Konzepte handelt. Dazu zählt übrigens auch Fördermittelberatung. Wenn Sie Beratung in Anspruch nehmen, um geeignete Förderprogramme für ein Vorhaben zu identifizieren, wird dies im Rahmen des Programms ebenfalls unterstützt. 

Darüber hinaus fördert das Programm eine ganze Reihe spezieller Beratungen. Dabei geht es u.a. um die Beratung für Frauen, für Menschen mit Behinderung oder mit Migrationshintergrund. Auch Beratungen, um Fachkräfte zu gewinnen oder für Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden bezuschusst. Für Unternehmen in Schwierigkeiten werden Beratungen zur Sanierung und Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gefördert. 

Nicht gefördert werden dagegen normale Rechts- und Steuerberatung, Gesundheitsberatung und Beratungstätigkeiten, bei denen mehr ein Vermittlungs- oder Verkaufsinteresse im Vordergrund steht. 

Die Höhe der Zuschüsse 

Die Zuschussförderung ist differenziert und richtet sich nach der Dauer der Unternehmensexistenz, der Unternehmenssituation und dem Standort. Grundsätzlich können nur Beratungskosten bis zu einer bestimmten Maximalhöhe (= Bemessungsgrundlage) gefördert werden. Der Zuschuss macht dann maximal einen Prozentsatz dieser Bemessungsgrundlage aus. Einen Überblick gibt folgende Tabelle: 

 

BAFA-Programm: Förderung unternehmerischen Know Hows     
Unternehmensart Bemessungsgrundlage  Region  Fördersatz  maximaler Zuschuss  
junge Unternehmen 4.000 Euro neue Bundesländer (ohne Berlin und ohne Region Leipzig) 80% 3.200 Euro nicht länger als 2 Jahre am Markt     4000 Euro neue Bundesländer (ohne Berlin und ohne Region Leipzig)   80%  3200 Euro
  Region Lüneburg   60%  2400 Euro
  alte Bundesländer (ohne Region Lüneburg)  50%  2000 Euro
  mit Berlin und Region Leipzig
Bestandsunternehmen ab dem dritten Jahr nach Gründung      3000 Euro neue Bundesländer (ohne Berlin und ohne Region Leipzig)  80%  2400 Euro
  Region Lüneburg  60%  1800 Euro
  alte Bundesländer (ohne Region Lüneburg)  50%  1500 Euro
  mit Berlin und Region Leipzig
Unternehmen in Schwierigkeiten      3000 Euro alle Standorte  90%  2700 Euro

 

Beantragung und weitere Infos 

Die Fördermittel sind über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu beantragen. Die Beantragung muss erfolgen, bevor ein Beratungsvertrag unterschrieben wurde. Eine rückwirkende Beantragung ist nicht möglich. Die Antragstellung erfolgt online über die BAFA- Antragsplattform. Nähere Infos bietet Ihnen ein Flyer zum Programm „Förderung unternehmerischen Know Hows“, den Sie hier downloaden können.