Fördermittel unverzichtbare Starthilfe für Existenzgründer

 
Fehler bei der Finanzierung und eine mangelnde Finanzierungsbasis sind die wichtigsten Ursachen, warum Gründungsvorhaben häufig scheitern. Sie rangieren noch höher als falsches Marketing, persönliche Defizite oder unzureichendes Know How. Gerade dann, wenn das Geschäft sich nicht so entwickelt wie erwartet, kommt das Unternehmen bei einer zu dünnen Finanzdecke oft schnell an seine Grenzen.

Die Sicherstellung einer ausreichenden Finanzierung gehört daher zu den wesentlichen Voraussetzungen fast jeder Existenzgründung. Nur die wenigsten Gründer können diese aus eigenen Mitteln selbst stemmen, es wird Kapital von außen benötigt. Dabei spielen Fördermittel eine entscheidende Rolle.

Warum Banken oft so zugeknöpft sind

Nur etwa zehn Prozent der Gründungsvorhaben kommen ganz ohne Sach- und Finanzmittel aus. Dabei handelt es sich ganz überwiegend um Nebenerwerbsgründungen, die als „Kleingewerbe“ betrieben werden. Der große Rest ist auf Kapital angewiesen – insbesondere wenn Gebäude benötigt werden, Maschinen und Fahrzeuge anzuschaffen sind oder Betriebsmittel finanziert werden müssen. Wenn die eigenen Mittel oder Geld, das Verwandte oder Bekannte zur Verfügung gestellt haben, nicht reichen, ist der nächste Schritt in der Regel der Weg zur Bank.

Die zeigt sich aber nicht selten recht zugeknöpft, wenn es darum geht, Existenzgründungen zu finanzieren. Das gilt selbst dann, wenn Sie ein gut durchdachtes Konzept in Form eines Business Plans vorlegen können. Ohne ausreichende Eigenkapitalbasis und Sicherheiten sind die Banken vielfach nicht zur Kreditvergabe bereit, weil sie das Risiko scheuen. Auch wenn Ihre Geschäftsidee besonders innovativ ist und bisher am Markt noch nicht erprobt wurde, werden Sie es schwer haben, die Bank von einer Finanzierung zu überzeugen. Denn das Konzept ist dann für sie kaum einzuschätzen. Das erklärt zum Beispiel, warum Start-ups im Bereich der digitalen Welt oft auf private Investoren und nicht auf Kreditinstitute setzen.

Diese Vorteile haben Sie bei Förderdarlehen

Förderprogramme für Existenzgründer sind dazu gedacht, solche Schwierigkeiten zu überwinden und Zugang zu Finanzmitteln zu verschaffen, der sonst verschlossen bliebe. In der Regel handelt es sich bei den Fördermitteln um Darlehen, die dann an die Stelle eines „herkömmlichen“ Bankdarlehens treten. Manchmal werden auch Zuschüsse gewährt oder es wird (Quasi-)Eigenkapital zur Verfügung gestellt. Förderdarlehen bieten Ihnen als Existenzgründer folgende Vorteile:

 
  • sie sind wegen niedrigerer Zinssätze günstiger als normale Bankdarlehen;
  • sie stehen meist mittel- bis langfristig zur Verfügung. Das bietet Planungs- und Kalkulationssicherheit;
  • oft sind tilgungsfreie Anlaufjahre vorgesehen, so dass in den ersten Jahren nur Zinszahlungen anfallen. Das schont die Liquidität;
  • teilweise kann auf Sicherheiten verzichtet werden oder es können Ersatzsicherheiten genutzt werden.


Fördermittel - mehr Spielräume und bessere Basis

Selbstverständlich müssen Sie auch bei Förderdarlehen ein tragfähiges Konzept vorlegen und Bonitätsanforderungen erfüllen. Dafür sorgt schon das sogenannte Hausbankenverfahren. Denn die Beantragung und Prüfung erfolgt üblicherweise über Ihre Bank vor Ort. Da diese durch Einbindung von Förderdarlehen bei ihrem eigenen Risiko entlastet wird, wird sie aber eher zu einer Finanzierung bereit sein als ohne. Das gilt auch für die Nutzung anderer Fördermittel. Sie verbreitern Ihre Finanzierungsbasis und erweitern Ihre Finanzierungsspielräume. Deshalb sollten Sie nicht darauf verzichten.

Ein besonderer Knackpunkt bei Existenzgründungen ist oft fehlendes Eigenkapital. Warum und wie Förderung hier helfen kann, darauf werde ich in meinem nächsten Blog-Beitrag eingehen.